Mode & Marken /3. Februar 2017

Der Mokassin – von der Prärie in die Großstadt

Frau, die goldfarbene Mokassins trägt und auf einer Treppenstufe steht

Wenn wir das Wort „Indianer“ hören, denken die meisten von uns wohl an Dinge wie Tipis, Marterpfähle oder den Wilden Westen, wie wir ihn aus Westernfilmen oder Karl-May-Romanen kennen. Dass wir den Indianern aber eines der beliebtesten Schuhmodelle – den Mokassin – überhaupt zu verdanken haben, kommt uns dabei in der Regel aber eher nicht in den Sinn. Doch spätestens wenn wir im Sommer mal wieder in unsere geliebten Halbschuhe schlüpfen und leichten Fußes durch den Tag wandeln, sollten wir vielleicht einmal kurz ein Rauchzeichen des Dankes nach Nordamerika schicken.

Bereits im 18. Jahrhundert traten die Mokassins ihren Weg nach Europa an, als sie von den Siedlern auf dem alten Kontinent in die Neue Welt geschickt wurden. Doch ihr modisches Potential wurde zunächst noch unterschätzt und sie fanden zwar Einzug in so manchen Haushalt, blieben jedoch auch da – denn in Europa war der Mokassin zunächst nur ein Hausschuh. Erst später fanden die Schuhe auch ihren Weg auf die Straßen und etablierten sich als beliebtes Schuhmodell für Mann und Frau.

2er Split einer Nahaufnahme mit verschiedenen Lederarten und einem Lederschuh
Der Mokassin gehört zu den ältesten Schuhmodellen der Menschheit – in seinen Anfangszeiten gab es also keinerlei Maschinen, welche die Produktion des Schuhs hätten übernehmen können. In Handarbeit wurde jeder einzelne Schuh hergestellt und vernäht – die auffällige Naht auf der Oberseite, die sogenannte Kräuselnaht, ist das, was auch heute noch wesentlich den Charme dieses Modells ausmacht und dem Schuh seine unverwechselbare Optik verleiht. Hinzu kommt die flache, bequeme Sohle, die nicht nur für die Indianer während der Jagd durch Wald und Wiesen von Vorteil war, sondern auch uns ein angenehmes Laufgefühl den ganzen Tag über beschert. Kein Wunder also, dass der Mokassin in jeder Saison neu aufgelegt wird und bereits in zahlreichen Schuhschränken ein Zuhause gefunden hat.

Der Schuh, der auf dem Kopf steht

Während das Original zumeist aus Leder bestand, gibt es heutzutage verschiedenste Varianten, etwa aus robustem Textilstoff, doch ist die Variante mit einem Obermaterial aus Leder noch immer am häufigsten zu finden. Auch die Sohle hat sich seitdem weiterentwickelt, zum Glück muss man sagen, denn bei den amerikanischen Ureinwohnern besaßen die Schuhe häufig gar keine wirkliche Sohle. Das Leder wurde, anders als es bei anderen Schuhmodellen üblich ist, unter dem Fuß herumgeführt und oben mit einem Einsatzteil vernäht. Der Mokassin ist also gewissermaßen verkehrtherum und die Sohle bestand aus einer einzigen Lederschicht. Heute verwöhnen dagegen ausgeklügelte Laufsohlen aus modernen, robusten Materialien unsere Füße, ohne dass der Mokassin dabei auch nur ein wenig von seinem traditionellen Chic einbüßen würde. Stattdessen dürfen wir uns über die Tatsache freuen, dass es aufgrund seiner Formen- und Farbvielfalt nun den passenden Mokassin für jeden Geschmack und Modestil gibt.

Nahaufnahme eines mit Perlen verzierten, traditionellen Mokassin-Schuhs

Besonders beliebt ist dieses Schuhmodell vor allem in zwei Moderichtungen: dem Ethnolook und dem maritimen Stil. Für ersteren werden gern Varianten verwendet, die noch sehr an die Original-Schuhe der Indianer erinnern: Braunes Wildleder, Fransen, Perlen und Schlaufen sowie traditionelle Verzierungen in bunten Farben verleihen dem Schuh ein folkloristisches Aussehen, das gut zu schwingenden Sommerkleidern, Tuniken und Kleidung in natürlichen Farbtönen passt. Für den Marinelook finden dagegen vor allem sogenannte Bootsschuhe in Mokassinmachart Verwendung: Häufig in Dunkelblau mit weißen oder roten Akzenten gehalten und mit einer robusten Sohle ausgestattet, sind sie die perfekten Begleiter zu Ringelshirt und Chino beim nächsten Ausflug ans Meer.

So bleiben Ihre Mokassins lange schön

Je nachdem, aus welchem Material Ihr Mokassin besteht, gilt es unterschiedliche Dinge zu beachten, wenn es um die Pflege der Schuhe geht. Da der klassische Mokassin aus Leder besteht, empfiehlt es sich in jedem Fall, ihn noch vor dem ersten Tragen mit einem Imprägnierspray oder -schaum zu imprägnieren und das regelmäßig zu wiederholen, um das Material vor Feuchtigkeit zu schützen.

Nahaufnahme eines taupefarbenen Mokassins
Gerade im Sommer, wenn es warm und trocken ist, setzt sich schnell Staub in den Schuhen fest, der nicht nur unschön aussieht, sondern auf Dauer vor allem das Leder spröde werden lassen kann. Daher sollten Sie Ihre Mokassins nach dem Tragen mit einer weichen » Lederbürste oder, bei Wildlederschuhen, mit einer Nubukbürste ausbürsten. Flecke lassen sich auf letzteren ganz leicht mit einem » Reinigungsschwamm entfernen. Glattledermodelle können Sie zudem mit etwas lauwarmem Wasser und einem Tuch von Schmutz befreien und, nachdem sie vollständig getrocknet sind, mit einer Schuhcreme einreiben.

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