Mode & Marken /13. November 2018

Der Chelsea-Boot: ein königlicher Schuh mit Rock-Attitüde

Unglaublich aber wahr, die Geschichte des Chelsea-Boots lässt sich bis in das viktorianische Zeitalter zurückverfolgen. Damals fiel der knöchelhohe Stiefel vor allem durch das auf, was fehlte – weder Schnalle noch Schnürung dienten ihm als Verschluss oder Zier. Stattdessen sorgten zwei seitliche Gummibandeinsätze rechts und links vom Fußgelenk und die spezielle Rahmennähung für den passgenauen Sitz im Bereich der Fußbeuge. So wurde das Hochschlappen der Ferse beim Gehen verhindert und der Schuh erhielt sein ikonisches Design, mit dem er seinen Siegeszug durch die britische Modegeschichte antrat.

Ein Stiefel bahnt sich seinen Weg durch die britische Geschichte

Royal in den 1830ern: Erfunden wurde der Chelsea-Boot vom Schuhmachermeister Ihrer Majestät Queen Victoria. Laut des königlichen Schusters Mister J. Sparks-Hall habe die Monarchin die Schuhe täglich getragen, wodurch sie ihre außerordentliche Wertschätzung für den Entwurf ausdrückte. Ob das der Wahrheit entspricht, lässt sich heute nicht mehr nachprüfen, doch die königliche Herkunft der Fußbekleidung lässt sich zweifelsfrei belegen. Schon damals erfreute sich der Stiefel als Reitschuh in den ländlichen Regionen Großbritanniens bei Damen und Herren gleichermaßen großer Beliebtheit. Dabei zeichnete sich das Damenmodell von jeher durch einen etwas schmaleren und höheren Absatz aus.

Rockig in den 1960ern: Ihren Kultstatus erlangte die praktische Stiefelette allerdings erst über 100 Jahre später in den Swinging Sixties auf den belebten Straßen Londons. Alle Mitglieder der weltberühmte Musikgruppe „The Beatles“ trugen Herrenmodelle mit leicht geschwungenem Absatz und einer sehr eng zulaufenden Schuhspitze, was ihnen den Beinamen „Beatle-Boots“ einbrachte. Viele weitere gefeierte Rockgruppen wie die „Rolling Stones“ taten es ihnen gleich und auch das britische Supermodel Jean Shrimpton griff gern zu den maskulinen Stiefeletten. Die bis heute verehrten Ikonen der damaligen Zeit verkehrten im wohlhabenden Chelsea-Bezirk, mit dem der Schuh von da an in Verbindung gebracht wurde.

gemusterter chelsea-boot

Rebellisch in den 1980ern: Getragen durch die Popularität, den die Chelsea-Boots in den wilden Sechzigern erlangten, beanspruchte sie nun auch die Anhänger der sogenannten New Romantic-Welle für sich. In der avantgardistischen Modebewegung galt: Auffallen um jeden Preis! Übertriebene Frisuren, papageienbuntes Make-up und Outfits, die eher an Kostüme erinnerten bestimmten das Aussehen der musik- und kunstorientierten Szene. Müßig zu erwähnen, dass David Bowie, Boy George und Konsorten mit ihrem speziellen Look extrem polarisierten und so auch der Chelsea-Stiefel eine gehörige Portion Aufmerksamkeit abbekam.

Heute: Weltweit ein viel getragener Klassiker

beige chelsea-boots

Maskuline Einflüsse sind aktuell in der Damenmode wieder ein großes Thema. Viele selbstbewusste, moderne Frauen spicken ihre Looks mit Stilbrüchen, die ihnen Individualität und Spannung verleihen. Derbe Modelle wie » der taupefarbene Boot von Fitters Footwear  mit seinem stabilen schwarzen Blockabsatz greifen diesen Trend auf. Wie Sie vielleicht bemerkt haben, ist an den oberen inneren Schaftrand eine Zugschlaufe genäht, die das Anziehen des Stiefels vereinfacht. Früher wurde die Schlaufe noch als unschön empfunden – heute gehört sie zum klassischen Design dazu und muss nicht mehr unter langen Hosenbeinen oder Rocksäumen versteckt werden. Ein halblanges floral gemustertes Kleid oder ein kürzerer Rock bilden einen idealen Kontrast und geben den Blick auf Ihre modischen Schuhe frei. Dass der Chelsea-Boot auch einen femininen Anstrich verträgt, beweist » die extravagante Stiefelette von Semler. Das schwarze Veloursleder mit dem silbrig schimmernden Leopardenmuster wirkt zum schlichten Outfit äußerst elegant. Eine schmale Hose, eine weiße Bluse und einen eleganten Mantel – mehr braucht es nicht, denn der Chelsea-Stiefelette mit ihrem streckenden 5 cm-Absatz gebührt ein glänzender Auftritt. Wenn Sie gern Ihren sportlichen Stil unterstreichen wollen, ist » der Waldläufer-Boot mit seiner weißer Plateaulaufsohle eine vortreffliche Wahl. In Bezug auf Stil und Funktionalität lässt er keine Wünsche offen, denn die eingearbeitete Mittelfußstütze sowie die Luftpolstersohle schenken Ihnen beim Gehen zusätzlichen Komfort. Anders als bei den anderen beiden Modellen ist bei diesem noch ein zusätzlicher seitlicher Reißverschluss eingearbeitet, der das An- und Ausziehen auch für druckempfindliche Füße bequemer macht. Wenn Sie sich nun auf die Suche nach Ihrer persönlichen Kultstiefelette machen, achten Sie darauf, dass Sie die Passform des Schuhs von vornherein hundertprozentig überzeugt, weil diese später nicht mehr durch eine Schnürung oder verstellbare Schnallen angepasst werden kann.

Für den Chelsea-Boot war es ein langer Weg vom Country-Schuh der Queen zum heutigen Modeklassiker. Zwischenstationen an den Füßen etlicher berühmter Rocklegenden prägten in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs sein Image als Trendschuh für Individualisten. Welches Modell trifft Ihren persönlichen Geschmack am besten?

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