Wir Vamos /19. Juli 2017

Freundschaft: Liebe mit Verstand

Zwei Frauen trinken Tee zusammen und amüsieren sich köstlich

Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt…
Eigentlich ist mit den Zeilen dieses alten Schlagers alles gesagt. Nichts geht über die Freundschaft, wir brauchen sie wie die Luft zum Atmen und wir suchen sie wie einen Schatz. Keine Freunde zu haben ist für die meisten von uns unvorstellbar, und wir unternehmen die größten Anstrengungen, um sie zu halten, oft über Jahrzehnte und über tausende Kilometer hinweg. Freunde haben an allen wichtigen Ereignissen unseres Lebens Anteil, ob wir heiraten oder uns trennen, Kinder bekommen oder krank sind, sie sind an unserer Seite und helfen mit Rat und Tat, mit Geduld und Zeit.

Es wird auf einer Gartenparty zusammen gegessen und sich unterhalten

Wo kam die Freundschaft eigentlich her?

Freundschaft ist eine soziale Beziehung, die vor allem auf Zuneigung basiert, und sich von allen anderen Beziehungen des Menschen unterscheidet, also von Verwandtschaft genauso wie von Arbeitskollegen. Im deutschen Wort Freund, das sich ungefähr im 8. Jahrhundert entwickelte, steckte jedoch noch bis ins 16. und 17. Jahrhundert das Konzept der Verwandtschaft mit drin.
In der Antike sah man die Freundschaft sogar als zentrales Element für das Funktionieren einer (staatlichen) Gemeinschaft an, der Staat selbst sollte sie höher schätzen als Gerechtigkeit. Damals war die Gleichartigkeit potentieller Freunde ein unabdingbarer Faktor, bei Interessen genauso wie beim Alter und beim Geschlecht. Mit zunehmender Mobilität der Menschheit und der Liberalisierung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen hat sich der Begriff jedoch erweitert: Heute kann auch befreundet sein, wer sich noch nie gesehen hat, denn die sozialen Medien erlauben einen Austausch über Länder und Grenzen hinweg.

Zwei Damen sitzen auf einer Wiese und sind in ihr Gespräch vertieft

Die Arten der Freundschaft

Geblieben ist jedoch die Freiheit, mit der man sich einen Freund aussucht, und die gegenseitige Sympathie und das Vertrauen, die man sich entgegenbringt. Interessant ist, dass jegliche Freundschaft ohne klar umrissenes Regelwerk auskommt. Trotzdem scheint jeder ganz genau zu wissen, wo die Grenzen des jeweils anderen liegen und welche Bereiche diese Freundschaft abdeckt. Nicht selten gibt es die verschiedensten Menschen in unserem Umfeld, die je für einen bestimmten Bereich unseres Lebens wichtig sind: Man geht zusammen zum Sport oder genießt Kultur, man trifft sich zum Spieleabend oder ist Teil eines Literaturzirkels oder einer Wandergruppe. Wo die Grenze zwischen Freundschaft und Bekanntschaft verläuft, ist bei jedem Menschen verschieden. Und so sind es auch die Ansichten darüber, was Freundschaft nun eigentlich ist und was nicht. Während es für den einen darauf ankommt, sich möglichst oft zu sehen und am Leben des anderen aktiv teil zu nehmen, bezeichnen andere auch Menschen als gute Freunde, mit denen der Kontakt eher spärlich ist oder auch einmal über einen langen Zeitraum ganz versiegen kann. Eine besondere Form der Freundschaft ist in der Soziologie übrigens die Ehe!

Zwei Pärchen laufen zusammen am Strand entlang

Die beste Freundin und der beste Freund

Die Königsdisziplin unter den Freundschaften ist es natürlich, ein bester Freund oder eine beste Freundin zu sein. Und wenn es die nicht schon gäbe – man müsste sie wahrlich erfinden! Wer sonst würde uns zu jeder Tages- und Nachtzeit sein Ohr leihen? Wen kann man bedenkenlos für jeden Umzug einspannen? Wer hört sich Freud und Leid in der Endlosschleife an und ist dann noch in der Lage, konstruktiv Kritik zu üben? Überhaupt, Kritik. Wir haben uns beim Outfit vergriffen oder uns unmöglich benommen? Wer sonst dürfte uns das sagen als unsere beste Freundin, ohne uns für den Rest des Tages die Laune zu verderben.
Dass wir ohne Freunde nicht leben könnten, hat sicher jeder schon einmal gedacht, doch so übertrieben ist dieses Gefühl gar nicht. Neueste Forschungen zeigen, dass Menschen mit einem intakten sozialen Umfeld ein besseres Selbstwertgefühl haben, weniger psychische Probleme haben und handfeste Krisensituationen besser überstehen.

Zwei Damen sitzen fröhlich auf dem Sofa

Was eine Freundschaft ausmacht

Wir können beliebig viele Freunde haben, doch in den Genuss der wertvollen Aspekte einer Freundschaft kommen wir tatsächlich nur durch enge Bindungen. Eine gute Freundschaft zeichnet sich vor allem durch ein Geben und Nehmen aus. Dieses Verhältnis mag sich verschieben, wenn es uns mal schlecht geht, aber allzu einseitig darf die Beziehung auf Dauer nicht bleiben. Interesse und Aufmerksamkeit sollten gleichmäßig verteilt sein, sonst fühlt man sich schnell nicht mehr wohl. Und auch, wenn es uns nicht immer leicht ist, einem echten Freund sollten wir ein Stück weit unsere Seele öffnen. Dazu gehört Vertrauen und Diskretion, beides Dinge, die man von einem guten Freund erwarten darf. Das Internet gaukelt uns zwar Nähe vor, den persönlichen Kontakt vermag es auf Dauer nicht zu ersetzen: Das Glas Wein auf dem Balkon, der Kaffee am Küchentisch oder ein gemeinsames Wochenende, um mal wieder richtig Zeit füreinander zu haben: Ihr Freund oder Ihre Freundin wird es Ihnen hundertfach verdanken.

2011 wurde von den Vereinten Nationen der Internationale Tag der Freundschaft ausgerufen – ein Grund mehr, um sich am 30. Juli ganz spontan bei den Menschen zu melden, die Ihnen am nächsten sind.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Freunden einen ganz besonderen Tag!

Zwei Damen stehen auf dem Balkon und schauen in den Himmel

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