Bewegung /28. Dezember 2017

Neues Jahr, neues Glück oder: Die Krux mit den Neujahrsvorsätzen

Frau, die auf einem Berg ihre Arme ausstreckt

Ach ja, die guten Vorsätze. Sie haben es nicht leicht mit uns. Zuerst werden sie voller Optimismus ersonnen, durchdacht, aufgeschrieben und weitererzählt, um im besten Falle tatsächlich verwirklicht, im Normallfall jedoch nach einer langen, unangenehmen Phase des Mitsichringens als gescheitert ad acta gelegt zu werden. Darauf hin folgt unweigerlich das schlechte Gewissen und man verdrängt die gefassten Pläne, nur um im nächsten Jahr das Rad wieder in Gang zu setzen. Dabei ist dem Vorsatz an sich nichts entgegenzuhalten, denn er ist per Definition nicht dazu da, zu gelingen, denn ein Vorsatz ist etwas, dass sich jemand bewusst vorgenommen hat, der aber nicht unbedingt in die Tat umgesetzt werden muss.
Nun, an Entschlossenheit und Festigkeit beim Sichvornehmen wird es den wenigsten von uns mangeln und dennoch schaffen wir es meist nicht, unsere guten Vorhaben auch wirklich in die Tat umzusetzen, geschweige denn, länger als nur einige Wochen durchzuhalten. So weit so gut. Wie es mit den Vorsätzen doch noch gelingen kann, wollen wir Ihnen heute zeigen.

Woher die Vorsätze eigentlich kommen

Notizblock mit Stift und Liste
Weder Historiker noch Religionsexperten wissen genau, was es eigentlich auf sich hat mit den guten Vorsätzen zum neuen Jahr. Sicher ist man sich nur, dass der Wunsch, ein besserer Mensch zu werden und „gut“ zu leben schon in der Antike Antrieb vieler geistiger Strömungen war. Für die einen hieß das, sich ausschließlich nach dem eigenen Glücksempfinden zu richten, für die anderen, Maß zu halten. Wie so viele Bräuche der Weihnachts- und Silvesterzeit mag das Fassen von Vorsätzen zur eigenen Besserung auch auf die Angst vor bösen Geistern, vor Unglück und Krankheit zurückgehen. Sie sollen ein Zeichen unserer Selbstbestimmtheit sein, die Versicherung, dass wir in unserem Leben darüber entscheiden, was passiert und was nicht. Und natürlich ist die Zeit zwischen den Jahren, in denen sich alles auf Innehalten und Reflexion konzentriert, bestens dafür geeignet, auch den eigenen Weg zu überdenken und sich etwas vorzunehmen in diesem neuen Jahr, das so blank und unberührt wie eine frische Schneedecke vor uns liegt.

Warum Vorsätze (meistens) scheitern

So traditionell wie der Vorsatz, so unabwendbar scheint sein Scheitern zu sein. Hand aufs Herz: Gehören Sie auch zu den unverbesserlichen Optimisten, die jedes Jahr wieder mit Schwung und Elan an Ihre geschmiedeten Pläne gehen, um spätestens im Frühjahr keinen Gedanken mehr daran zu verwenden? Die gute Nachricht: Sie sind nicht allein. Inzwischen beschäftigen sich Wissenschaftler auf der ganzen Welt damit, warum es eigentlich nie klappt mit dem besseren Leben im neuen Jahr. Die schlechte: Neujahr ist so gut oder so schlecht wie jeder andere Zeitpunkt, um Vorsätze in die Tat umzusetzen. Woran wir scheitern, sind nicht die Vorsätze, sondern unsere eigene Einstellung zu ihnen. Oft kommt das, was wir ändern wollen, gar nicht aus unserem Inneren oder es ist schlicht unrealistisch. Abnehmen, damit Ihre Umwelt Sie attraktiv findet? Jeden Tag laufen gehen, obwohl Sie es bisher eher gemütlich mochten? Werfen Sie diese Vorhaben über Bord und konzentrieren Sie sich auf das, was für Sie wichtig und machbar ist.

Wie Vorsätze doch gelingen

Älteres Ehepaar, das am Strand mit Rädern fährt
Gute Vorsätze kosten Zeit. Ihr Erfolg hängt wesentlich davon ab, wie viele Gedanken Sie sich im Vorfeld darüber gemacht haben und dass Sie sich über Ihre Gründe im Klaren sind. In weinseliger Stimmung in der Silvesternacht zu verkünden, dass ab morgen alles besser werde, ist der sicherste Weg, dass sich gar nichts tut. Denn ein Vorsatz muss vor allem eins sein: konkret. Setzen Sie sich ein Ziel und versuchen Sie nicht, Ihr ganzes Leben umzukrempeln. Dann nehmen Sie sich ein wenig Zeit und erforschen Sie, warum genau Ihnen diese Veränderung wichtig ist. Aus dieser Liste ziehen Sie in schwachen Momenten Kraft.

Obwohl es paradox klingt: Strenge und Disziplin sind der falsche Weg, um etwas zu erreichen. Seien Sie nachsichtig mit sich, denn ein Rückfall ist noch lange kein Scheitern. Schwingen Sie sich wieder in den Sattel, und feiern Sie Ihren Sieg über den berüchtigten inneren Schweinehund. Wichtig ist zunächst die Erfahrung, dass man sein Verhalten tatsächlich ändern kann. Verwenden Sie ruhig ein bisschen Zeit darauf, sich auszutricksen, niemand kennt Ihre Ausreden besser als Sie selbst und kann sie demnach auch alle aushebeln. Eine gute Hilfe ist ein Tagebuch, in dem Sie Ihre Fortschritte, aber auch Ihre Rückschläge notieren – mitsamt dem Grund dafür. Und nicht zuletzt: Holen Sie sich Unterstützung. Informieren Sie Partner, Freunde und Familie von Ihrem Vorhaben, und bitten Sie um tatkräftige Hilfe.

Wir wünschen Ihnen alles Gute im neuen Jahr und viel Kraft beim Umsetzen Ihrer guten Vorsätze!

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