Mode & Marken /14. Juli 2017

Gestatten: die Pantolette

modische Frau mit schwarzer Pantolette

Das Thermometer klettert und klettert, es ist ganz unverkennbar Sommer. Nun sind sie da, die lang ersehnten Tage, die morgens mit einem kaiserblauen Himmel beginnen und in lauen Nächten enden. Jetzt sirrt die Luft über Mittag vor Hitze und alles scheint viel langsamer zu gehen. Ob man die Wärme mag oder nicht, mit den richtigen Schuhen kommen Sie noch mal so gut durch den Sommer. Und was passt besser zum Dolce far niente, dem süßen Nichtstun, dem wir uns im Sommer am liebsten hingeben, als ein bequemer Schuh, in den man nur hineinzuschlüpfen braucht? Dürfen wir vorstellen: die Pantolette, der modische Alleskönner für heiße Sommertage.

Moda italiana

Zwei Paar Pantoletten, die auf einem alten Steinboden stehen
Die Pantolette war lange Zeit als wenig eleganter Schuh verrufen, den man im besten Fall zu Hause trägt. Ganz folgerichtig gehört er auch zur Kategorie der Pantoffeln, die vor allem der Hausfrau zugedacht und Subjekt der wenig schmeichelhaften Redewendung „unter dem Pantoffel stehen“ waren – ein Ehebrauch, bei dem sich die Brautleute gegenseitig auf den Fuß zu treten suchten. Wer erfolgreich war, würde in der Ehe das Sagen haben.

Das Wort Pantoffel kommt aus Italien, wo schon im 15. Jahrhundert das Wort pantofolo einen Schuh bezeichnete, der vorn geschlossen und hinten offen war. Ebenso gab es in Frankreich das mit dem Ausdruck la patte (die Pfote) verwandte Wort für ein ganz ähnliches Modell. Den trug man damals durchaus auf der Straße, doch muss man sich darunter eher grobe Clogs vorstellen, wie man sie heute noch zum Arbeiten trägt.

Die nötige Eleganz hauchten der Pantine dann wiederum die Franzosen ein, und zwar so viel, dass man den Pantoffel bald nur noch im Boudoir trug: Verrucht und plüschig glitt das filigrane Modell im richtigen Moment vom Damenfuß. Überhaupt verband man mit einer Pantolette lange Zeit untrennbar pure Erotik. Ikonen aus Hollywood trugen sie und verdrehten damit der begeisterten Männerwelt den Kopf: Hohe Hacken, lackierte Nägel und ein verführerisch gewölbter Spann waren der Inbegriff der Femme Fatale, wenn es um Schuhe ging. Daran war ausgerechnet ein Brite schuld, nämlich der Schuhdesigner Terry de Havilland, denn er erfand den futuristisch klingenden Spring-o-lator, ein Elastikband, das Vorder-und Hinterteil der Pantolette verband und so für perfekten Halt sorgte.

Vom Ökotreter zum modischen Lieblingsstück

benutztes, leicht schmutziges Pantolettenpaar
Heute finden sich Pantoletten im Sommer in jedem Schuhladen. Jung und alt tragen sie, Mann und Frau trägt sie, und sie kombinieren sie zu jedem Outfit. Pantoletten sind gar nicht mehr wegzudenken, was auch an ihrer unglaublichen Vielfalt und Wandlungsfähigkeit liegt. Für jeden Anlass und jeden Typ ist etwas dabei. Doch bis es so weit war, mussten die verruchten Pantöffelchen ein ganzes Stück Weg zurücklegen. Noch bis ins Jahr 2015 fristete die Pantolette, so wie wir sie heute kennen, ein eher unbeachtetes Schattendasein. Zum Durchbruch verhalfen ihr das ein oder andere prominente Gesicht, das ganz auf den modischen Stilbruch setzend, die Pantolette mit femininen Kleidern und Röcken kombinierte und den Schuh so aus der miefigen, klobigen Ökoecke hervorholte. Praktisch über Nacht war der Inbegriff des öden Latschens zum Musthave für jede(n) geworden. Die Pantolette fasste sprichwörtlich Fuß und gab ihren Platz bis heute nicht wieder her.

Pantolette und dann?

2 Frauen, die modische Pantoletten tragen
Nicht nur äußerlich hat die Pantolette sich hübsch gemacht und kann mit jedem modernen Schuhtrend mithalten, sie ist heute auch unter einem anderen Namen geläufig. Der englische Begriff mule bedeutet zwar auch nichts anderes als „Hausschuh“ oder „bequemer Schuh“, aber es klingt natürlich viel moderner. Ob Pantolette, Slipper oder Mule, es handelt sich immer um einen flachen Schuh, der an der Ferse offen ist, mit einem breiten Riemen, der ihn am Spann hält. Bei den Mules ist dieser Riemen meist ein wenig breiter oder es kreuzen sich zwei Riemen. Pantoletten können, müssen aber nicht, an den Zehen offen sein und haben manchmal auch einen Absatz, was sie wieder näher zum Modell des Clogs rückt.

ein Pantoletten-Modell mit jeweils 2 verschiedenen Farben

Die Pantolette ist ein durch und durch unkomplizierter Schuh, nicht nur, weil sie so bequem anzuziehen und zu tragen ist, sondern auch, weil man sie wirklich zu jedem Outfit kombinieren kann. Mit einem schmalen Modell aus Leder, mit kleinen Strasssteinchen besetzt oder aus glänzendem Gewebe sind sie sogar ausgehfein. Ansonsten verträgt sich der sommerliche Schuh bestens mit Jeans oder Capri, aber auch mit einem verspielten Rock oder Kleid sind Pantoletten ein schöner Hingucker.

Gönnen Sie Ihren Füßen einen bequemen Sommer mit schönen Pantoletten!

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